Safenwil, 2. März 2007
Bei Kias erster europäischen Produktionsanlage handelt es sich zugleich um die neuste, umweltverträglichste und produktivste Autofabrik Europas. Die Zielsetzung ist, jährlich pro Mitarbeiter 100 Autos zu bauen — eine Produktivität, die bisher in Europa noch nie erreicht wurde.
Um in Europa weiter zu wachsen, musste Kia nicht nur die hiesigen Kundenwünsche genau kennen lernen und Modelle entwickeln, welche diesen Bedürfnissen noch besser entsprechen, sondern auch Fahrzeuge selbst auf diesem Kontinent bauen. Eine lokale Produktionsstätte verringert zudem die Lieferzeiten für die europäischen Käufer.
Auf der «grünen Wiese» gebaut
Die Produktionsanlagen im rund 200 km nordwestlich der slowakischen Hauptstadt Bratislava gelegenen Zilina wurden mit Investitionen von 1 Milliarde € erstellt, Der erste Spatenstich «auf der grünen Wiese» erfolgte im April 2009, und seit November 2006 rollt der speziell für und in Europa entwickelte Kia cee’d vom Band. In-Kyu Bae, der CEO von Kia Motors Slovakia (KMS), ist mit dem Aufbau neuer Fabriken vertraut, sammelte er doch zuvor Erfahrungen in den neuen Fertigungsanlagen des Hyundai-Konzerns in Alabama (USA). Das Gleiche gilt für den Produktionschef in Zilina, Sang-Ho Moon.
Zilina liegt am Fuss der Mala Fatra Berge, und Winter können hier lang und empfindlich kalt sein. Dies wirkte sich auch auf das Design und die Konstruktion des neuen Werks aus. So sind die Produktionsprozesse derart angeordnet, dass die Fahrzeuge nie die Hallen verlassen. Auch die Motorenabteilung und die Produktionsanlagen der Zulieferer liegen in unmittelbarer Nähe. Das Layout erlaubt maximale Flexibilität, und die Hallen sind zum Beispiel derart konstruiert, dass sie bei Bedarf jederzeit erweitert werden können.
Die Anlage ist zwei Kilometer lang, fast halb so breit und insgesamt mit 400 Robotern ausgerüstet. Bis Ende dieses Jahres wird Zilina rund 2000 Beschäftigte zählen, und 2010 werden bei voller Auslastung 3000 Mitarbeiter im Dreischichtbetrieb jährlich 300’000 Autos produzieren, also nicht weniger als 100 Exemplare pro Person.
Montagestrassen für sieben verschiedene Karosserietypen
Neben der kompletten cee’d-Modellreihe (Fünftürer, Dreitürer und Kombi) wird auch der SUV Sportage vom Band rollen, was für das laufende Jahr rund 150’000 Exemplare ergibt. Später kommt noch ein drittes, bisher geheimes Kia-Modell dazu, wodurch die slowakische Fabrik bis 2010 eine jährliche Kapazität von 300’000 Wagen erreichen wird. Insgesamt können in Zilina bis zu sieben verschiedene Karosserietypen gebaut werden. Neben kompletten Fahrzeugen fabriziert Kia an diesem Standort auch den 1,6-Liter Dieselmotor und die Benziner für den Cee’d. Bei diesem Typ stammen übrigens rund 75 % aller Komponenten von europäischen Zulieferern.
Die grösste Herausforderung für jeden Automobilhersteller ist das Erreichen höchstmöglicher Kundenzufriedenheit. Grundlage ist eine entsprechende Produktqualität, wobei diese einerseits vom technischen Standard der Anlagen sowie der Effizienz der Kontrollen und anderseits von der Zuverlässigkeit der Mitarbeiter abhängt. Natürlich müssen auch alle angelieferten Bestandteile, ob sie nun von sorgfältig geprüften Zulieferern oder aus eigenen Quellen stammen, den gleichen hohen Qualitätskriterien entsprechen.
Qualität hat höchste Priorität
Während des Fertigungsprozesses werden in Zilina laufend Qualitätskontrollen vorgenommen. Dabei kommen nicht bloss die modernsten Prüfgeräte zum Einsatz, sondern ein beträchtlicher Teil der von Kia rekrutierten Spezialisten hat vorher bereits bei anderen Herstellern — z.B. im VW-Werk von Bratislava — wertvolle Erfahrungen gesammelt. Jedes Fahrzeug, das vom Band rollt, wird einer kurzen Probefahrt unterzogen, und 2 % der Produktion durchlaufen anschliessend ein detailliertes Kontrollprozedere. Um den hohen europäischen Ansprüchen zu genügen, werden die neuen Modelle auch gnadenlosen Dauererprobungen auf europäischen Strassen unterzogen. Vor der Einführung des cee’d war eine 100 Fahrzeuge starke Testflotte unterwegs.
Mit Reihen von Kameras, Bildschirmen und Computern, die laufend Befehle an die 400 Roboter senden, setzt das zu 100 % in der Slowakei entwickelte Überwachungssystem neue Massstäbe in der Autoindustrie. Von diesem Kontrollzentrum aus lässt sich rund um die Uhr jeder einzelne Prozess überwachen. Bei Bedarf können sofort Massnahmen ergriffen und sogar Roboter umprogrammiert werden. Die Kameras hingegen dienen keineswegs dazu, die eigenen Arbeiter auszuspionieren, quasi als Nebeneffekt werden hingegen unerwünschte Eindringlinge aufgespürt.
Die Region lebt dank Kia wieder auf
Bis heute haben sich über 20’000 Leute für einen Job bei Kia Motor Slovakia beworden. Bei Kia selbst sind mittelfristig 3000 Stellen zu besetzen, zählt man jedoch die Beschäftigten der vielen neu angesiedelten Zulieferfirmen dazu, wurden in der Region insgesamt 10’000 Arbeitsplätze geschaffen.
Zu Beginn sind viele Kaderstellen noch durch Koreaner besitzt, Kia investiert aber stark in die Förderung lokaler Manager, und innerhalb von zwei Jahren sollen die meisten Positionen mit slowakischen Fachleuten besetzt werden. Zahlreiche einheimische Mitarbeiter haben bereits Ausbildungsaufenthalte in Korea hinter sich, wo sie sich mit der Kultur und Geschichte des Landes sowie Kias Qualitätsansprüchen und Arbeitstechniken vertraut machen konnten. Rund 18 % der mehrheitlich jungen Belegschaft ist im übrigen weiblich, und der Frauenanteil dürfte in Zukunft sogar noch zunehmen.
Dank KMS erhält die Region, welche in der kommunistischen Ära eine wichtige Rolle in der Rüstungsindustrie spielte, mit dem Ende des Kalten Kriegs aber stark an Bedeutung verlor, die lang erwartete neue Chance. Junge qualifizierte Arbeitskräfte haben nun wieder die Möglichkeit, in ihrer Heimat einen Job zu finden. Die Stadt Zilina lebt auf und hat gar einen internationalen Touch erhalten.
Die umweltverträglichste Autofabrik Europas
Da die Slowakei EU-Mitglied ist, war Kia von Anfang an bestrebt, die erste europäische Fabrikationsanlage trotz maximaler Produktivität mit den höchsten EU-Umweltstandards zu betreiben und so in der Region ein Exempel für die Automobilindustrie zu statuieren. Kia strebt die international anerkannte ISO-14001-Zertifizierung an, und die weltweit tätigen Spezialisten der Firma führten bereits während der Planung und dem Bau Umweltverträglichkeitsstudien durch.
Nicht nur die Gebäude und die technischen Einrichtungen erfüllen sämtliche Umweltschutzauflagen, sondern auch für die Belegschaft geniessen Sicherheit und Gesundheit erste Priorität. Bei der Endmontage kommt beispielsweise ein revolutionäres Lüftungssystem zum Einsatz. Alle Dämpfe und Gase werden nämlich durch ein Unterflursystem im Boden abgesaugt und nicht wie üblich unter der Hallendecke. So gelangen sie gar nicht in Bereiche, wo sie von den Arbeitern eingeatmet werden könnten.
In der Malerei werden Emissionen und Rückstände ebenfalls bestmöglich reduziert. Das sogenannte RTO-System (Regenerative Thermal Oxidizer) eliminiert nicht bloss Gerüche und Kohlenwasserstoffe beim Trocknungsvorgang, sondern reduziert zugleich die Treibhausgase und den Energieverbrauch. Natürlich gelangen auch mehrheitlich umweltverträgliche wasserlösliche Farben zum Einsatz. Zum Aufheizen der Einbrennkabinen verwendet KMS übrigens nicht eigene Energie, sondern von der Stadt Zilina gelieferten Dampf.
Modernste Methoden wendet Kia schliesslich auch bei der Wiederaufbereitung der Industrieabwässer an. So werden nicht nur praktisch alle Verunreinigungen aus dem Schmutzwasser gefiltert, sondern bereits bei der Fertigung achtet man auf möglichst sparsame Verwendung von Wasser.
Bitte wenden Sie sich bei Fragen an:
KIA Motors AG, Bruno Müller, Industriestrasse, CH-5745 Safenwil
Telefon 062 788 84 78, bruno.mueller@kia.ch, www.kiapress.ch
[ << ]